Premierenbericht Theater 2011
Geschrieben von Ingo Deutinger am 11.04.2011 09:31
„Umanandabettln tu i nimma! Von mir aus geht´s schiaf oder grad“ sagt der Oberwieser zum Unterwieser im Stück. Und ganz schief scheint es mit der Firmung des Oberwieser-Buben zu gehen, weil nur noch wenige Tage verbleiben, um einen halbwegs vorzeigbaren Firmpaten zu aquirieren. Nachdem sich der Unterwieser mit einem mörderischen Plan die Firmdienste des reichen Zehetmaier-Bauern sichern konnte und für seinen Buben eine goldene Uhr, ein Veloziped und 100 Mark in Gold zusichern ließ, steht der arme Kleinhäusler Xaver Oberwieser noch ohne Paten da. Die sonst so glückliche Ehe scheint schon auf dem Spiel zu stehen, wäre da nicht der Einfallsreichtum der Kunigunde Mooshammer, die mit ihrem Plan die ganze Gemeinde mitsamt dem Bischof blamieren will. Der große Tag wird zu einem einzigen Fiasko und schuld daran sind nur die „Schneidergoaß“ und der „schwarze Peter“. Die Dorfbewohner sind so aufgebracht, dass sogar der Polizeikommandant bemüht wird. Die ganze Aufregung ist den zwei Firmlingen nicht so wichtig, wo es doch darum geht, an die ersehnte goldene Uhr zu kommen.
„Unser oberstes Ziel ist es, den Zuschauer mitzunehmen, zu unterhalten aber dabei auch Theater mit ernstem Hintergrund zu bieten“, sagt Ingo Deutinger, der sowohl Regie als auch die gesamte Spielleitung des Stücks übernahm. So geht es mehr um nur einen Firmpaten zu erhalten, es geht um die Ehre und die Anerkennung in der Dorfgemeinschaft unabhängig des eigenen Standes und Einkommens. Alle Darsteller verdienen großes Lob, nahezu jede Geste, jeder Schritt und jeder Einsatz sitzen.
Furios und mit großer Leidenschaft und Präsenz spielte Siegfried Deutinger den Ökonom Zehetmaier, der auch nach zig-maligem Hosenwechseln immer noch nicht müde wurde. Mit Leib und Seele verkörperte Trachtlervorstand Johann Voitenleitner den schlitzohrigen Kleinhändler Simon Unterwieser. Köstlich die Dialoge mit seinem „Rivalen“ Oberwieser, gewohnt souverän gespielt von Hermann Unterreithmayr. Auch die drei Jungschauspieler Michael Brielmaier als Schneiderstift und die beiden Firmlinge Martin Brandlmeier und Matthias Gröschl konnten ihre Anfangsnervosität im Laufe der Zeit ablegen und harmonierten gut mit den erfahrenen Bühnenprofis.
Mit viel Liebe zum Detail wurde auch Bühnenbild, Requisiten und Kostüme ausgesucht. Vor allem die Darstellung der unterschiedlichen Wohnstuben beim Oberwieser und dem reichen Ökonom Zehetmaier verdient Erwähnung zu finden.
Seit über 60 Jahren gibt es das Laientheater in Vilsheim und seit 10 Jahren leitet es Ingo Deutinger. Sein Dank ging am Ende an alle Hobby-Schauspieler, an den ehemaligen Regisseur Helmut Bründl und Urviech Alois Höldl, die die Vilsheimer Volksbühne zu einer Institution im Jahresablauf der Gemeinde machten. Dass das begeisterte Publikum diese engagierte Laienspielgruppe schätz, merkte man an dem lang anhaltenden Applaus und dem Versprechen, sich im nächsten Jahr wieder vom Ensemble in einen andere Zeit versetzten zu lassen.
Info
Weitere Aufführungen von „Der schwarze Peter“ finden am Samstag 09. April und am 15./16./17. April jeweils um 19:30 Uhr statt. Saaleinlass mit Bewirtung ist ab 18:00 Uhr. Kartenbestellung im Gasthof Stadler in Vilsheim oder telefonisch unter 08706/. Restkarten sind an der Abendkasse ab 18.00 Uhr zu erwerben. Weitere Informationen auf der Internetseite des Vereins unter www.trachtenverein-vilsheim.de.